Wulff, Mixa, Zdarsa: Drei Brüder im Geiste?

Zu unserem Ex-Bundespräsident Wulff erübrigt sich – zumindest derzeit – jedes Wort. Bei Walter Mixa, dem emeritierten römisch-katholischen Bischof schadet es sicher nicht, dem Gedächtnis ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Mixa wurde von Papst Benedikt XVI im Jahre 2005 zum Bischof von Augsburg ernannt. Nur 5 Jahre später sieht sich der Vatikan genötigt, Bischof Mixa wieder aus dem Amt zu entfernen. Dem Rauswurf Mixas durch Papst Benedikt XVI ging ein jahrelanges, erbärmliches Schauspiel voraus. Diese leider reale Episode des Herrn Bischof war mit den üblichen Zutaten gewürzt:
Misshandlung von ihm anvertrauten Heimkindern zwischen 1970 und 1980 in Schrobenhausen. Mixa verteidigte sich noch kurz vor seinem Rauswurf Mitte Juni 2010 in einem Interview mit der „Welt“: 

„Es war wohl sicher ein Fehler, dass ich in den letzten Monaten im Blick auf die „Prügelstrafen“, die mir vorgeworfen wurden, und die mir beim besten Willen immer noch nicht erinnerlich sind, […] wie sie damals in der Jugendarbeit – erst recht mit so genannten schwer erziehbaren Kindern – üblich und bis 1980 auch rechtens waren.“ (WELT ONLINE vom 16.06. 2010)

Nein, niemand kann Wulff Misshandlungen von Kindern vorwerfen. Die Parallele zu Mixa besteht jedoch im Hang zum Amtsmissbrauch. In Fall Mixa die Veruntreuung und Unterschlagung von Kunstgegenständen und hohen Geldbeträgen. Erst diese Vorwürfe und weitere Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch veranlassten den Vatikan das Rücktrittsgesuch von Bischof Mixa anzunehmen.

Und wer ist Zdarsa?

Konrad Zdarsa ist der Nachfolger von Walter Mixa. Zdarsa wurde von Papst Benedikt XVI im Juli 2010 zum Bischof von Augsburg ernannt. Der neue Augsburger Bischof machte kürzlich mit dem Satz: „Kirche ist keine Demokratie“ von sich reden. Zudem ist seine Absicht, Laien und ehrenamtliche Katholiken aus der Gemeindearbeit auszuschliessen. Die Konsequenzen seines Höhenfluges folgen auf dem Fuß: Katholische Kirchengemeinden in der Diözese Augsburg boykottieren kirchlich organisierte Altkleidersammlungen, die Teilnehmerinnen des Ostallgäuer Landfrauentag in Marktoberdorf am 08. März 2012 kehren ihrem Bischof den Rücken zu, sogar lautstarker Protest war zu vernehmen. (Allgäuer Zeitung vom 09.03.12)

Wulff, Mixa und Zdarsa verbindet etwas: Die Arroganz der Macht. Dem einen wurde die Macht vom Volk verliehen, die anderen beiden maßen sich an, von Gott für ihr Amt auserwählt worden zu sein. Aber alle drei berufen sich auf die Religion, die zumindest einen Teil ihrer Befähigung für ein würdevolles Amt legitimieren soll.

Alle drei irren sich. Es wird höchste Zeit, die Pflichten des Amtes diesen unwürdigen Würdenträger genauer zu erläutern.

Im übrigen darf es in Deutschland keine „demokratiefreie Zonen“ geben. Weder in der Kirche, noch im Schloss Bellevue oder anderswo.

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